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Tradition

Firmengründer Victor Mayer (1857 – 1946) vereinte in seiner Person Gaben und Interessen, die in 128 Jahren Firmengeschichte von Generation zu Generation weiter gereicht wurden.

Victor Mayer war ein Künstler und Kunstliebhaber. Er setzte von Anfang an auf hochwertiges Design.  Er hatte Geschmack, Herz und Leidenschaft. 

Handwerkliches Können war für ihn der entscheidende Maßstab für Qualität - und er hatte ein untrügliches Gespür für den Zeitgeist. Seine Talente und Erfahrungen sind bei VICTOR MAYER von Generation zu Generation vererbt und weiterentwickelt worden. 


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Künstler und Handwerker zu Bismarcks Zeiten (1877 – 1890)

Victor Mayer war Künstler. Nach einer handwerklichen Ausbildung zum Stahlgraveur war er 1877 als einer der ersten Studenten an der neugegründeten Großherzoglichen Kunstgewerbeschule eingeschrieben und machte sich dort vor allem als begabter Zeichner einen Namen. Drei Jahre in Wien inspirierten den jungen Künstler zusätzlich. Seinen Aufenthalt in der Kaiserstadt finanzierte er übrigens selbst, indem er als Stahlgraveur und Modelleur arbeitete und zusätzlich neue, anspruchsvolle Handwerktechniken erlernte: Guillochieren und Emaillieren. In seiner Freizeit bildete er sich in Wiener Museen und Bibliotheken weiter.

Wieder daheim heiratete Victor Mayer Lina Niemand aus Baden Baden und gründete seine eigene Schmuck-Manufaktur, in der er auch die künstlerische Leitung übernahm.

Als erfolgreicher Unternehmer förderte er talentierte mittellose Künstler durch Design-Aufträge und bewies dabei einen guten Blick. Anton Krautheimer etwa, der sich später in München als Sezssions-Künstler einen Namen machte, hatte sich in seinen mageren Anfängerjahren durch so manchen Schmuck-Entwurf für Victor Mayer über Wasser gehalten. 


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Belle Époque (1890 - 1914)

Seine Künstler-Ausbildung hatte Victor Mayer noch im Historismus absolviert. Ab Ende der 1890er Jahre allerdings prägte eine völlig neue Stilrichtung die bürgerliche und intellektuelle Avantgarde der Belle Époque.. – Victor Mayer sog die neuen Inspirationen des Jugendstils ein wie frische Atemluft und setzte sie in wundervollen Entwürfen für seine Kollektionen um. Mit seinem technischen und handwerklichen Know-How entwickelte er selbst feinst gearbeitete Spezialwerkzeuge für seinen Schmuck. Die Perfektion, die er sich handwerklich wie künstlerisch abverlangte, zahlte sich aus. Insbesondere mit seinen prunk- und wertvollen Email-Kollektionen, die denen am russischen Zarenhof an Kunstfergigkeit und Leuchtkraft in nichts nachstanden, machte er sich um die Jahrhundertwende einen großen Namen. Das Geschäft wuchs.

Von Anfang an reiste Victor Mayer selbst zu seinen Kunden in ganz Europa. Er konnte so aus erster Hand ihre Wünsche und Verbesserungsvorschläge erfahren, die er gerne aufgriff und umsetzte. So entwickelte er ein immer feineres Gespür für den Zeitgeist und bevorstehenden Wandel.

Baden-Baden, die „Sommerhauptstadt Europas“ und Heimat seiner Gemahlin war für ihn ein besonders wichtiges Zentrum der Inspiration. Begeisterte Kunden fand Victor Mayer  außerdem in bedeutenden Metropolen wie Berlin, Paris, London, St. Petersburg, Wien, Warschau und sogar in Kairo sowie in den mondänen Schweizer Kurorten Davos, St. Moritz und rund um den Genfer See.

Seine drei Söhne bildete Victor Mayer ebenso vielschichtig handwerklich und feingeistig aus, wie sich selbst. Sein Ältester, Victor Junior, wurde von ihm nach Paris, London und Madrid geschickt. Die Zwillinge Oscar und Julius besuchten erfolgreich die Großherzogliche Kunstgewerbeschule. Auch die Töchter, Marie, Else und Erna wurden zu selbstbewussten, eigenständigen Frauen erzogen und hervorragend ausgebildet. 


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Der Erste Weltkrieg (1914 – 1918)

Der erste Weltkrieg brachte ungeahntes Leid über die Familie Mayer, wie über so viele andere Familien in ganz Europa. Auf welcher Seite sie auch kämpfen mochten – die Trauer über die Gefallenen schmerzt Freund und Feind gleichermaßen.

Schon 1914 wurde Victor Junior eingezogen. Julius meldete sich kurz darauf freiwillig. Nur Oskar, der als Kind und Jugendlicher immer wieder kränklich war, musste nicht in den Krieg ziehen. Ja, er durfte nicht. Sein Vater untersagte ihm, sich wie sein Zwillingsbruder freiwillig zu melden.

Oskar war der einzige Sohn, der den Krieg überlebte. Victor starb bereits 1915 auf tragische Weise an den Folgen eines Schusses in die Brust. Julius fiel 1918, ganz kurz vor dem Waffenstillstand, der den Krieg beendete. 


Durch beispiellosen familiären Zusammenhalt gelang es Victor Mayer,  die Firma gut durch die schweren Zeiten zu manövrieren: Neben Sohn Oscar arbeiteten zeitweise alle drei Töchter aktiv im Geschäft mit. Victor Mayer entwarf anrührenden Trauer- und Erinnerungsschmuck, der vielfachen Trost in die Familien gefallener Soldaten brachten. 


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Art Deco und Zweiter Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm zunächst Oskar im Namen seines Vaters die beschwerlichen und inspirierenden Reisen zu den Kunden. Victor Mayer – weiterhin immer gut über Kundenwünsche und Geschmack informiert -  erkannte schnell den neuen Trend der Zeit: Das Art-Deco. Dies war nun bereits die dritte Stil-Epoche, der er als Künstler seine Entwürfe widmete. Flexibel wie ein 20jähriger griff er, inzwischen über 60, die Impulse auf und fertigte unzählige erfolgreiche Kollektionen.

Mitte der Zwanziger Jahre heiratete seine Tochter Maria den Nationalökonomen und Bankkaufmann Edmund Mohr, der fortan gleichberechtigt mit Oscar Mayer die Firma führte und das Sortiment den veränderten Kundenbedürfnissen entsprechend um wertvolle Gebrauchsgegenstände erweiterte: Victor Mayer stellte nun auch Puderdosen, Zigarettenspitzen, Fotorahmen, Pillendosen und hochwertige Herrenartikel her – weiterhin dem kunstvollen Handwerk treu: aufwändig guillochiert und emailliert.

Dem Regime der Nationalsozialisten stand die gesamte Großfamilie Mayer vornehmlich aus Glaubensgründen kritisch distanziert gegenüber. Das Gebot „Du sollst nicht töten“ überwog gegenüber allen nationalistischen und militaristischen Parolen der Zeit. Nichtsdestotrotz übernahm die Firma, nachdem der Zweite Weltkrieg die Schmuckproduktion vollkommen zum Erliegen brachte, kleinere Aufträge zur Herstellung von Wehrmachtsorden.

Seine religiöse Überzeugung zahlte sich 1945 für Victor Mayer aus. Ein verheerender Bombenangriff hatte ganz Pforzheim in Schutt und Asche gelegt. Das Mayer’sche Wohnhaus mit angeschlossener Manufaktur war wie durch ein Wunder stehen geblieben und bot zahlreichen ausgebombten Familien und der zerstörten katholischen Kirche ein Unterkommen. Dass es „l’église katholique provisoir“ war, bewahrte das Haus und seine Bewohner vor Plünderungen durch die französische Besatzungsmacht. 


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Wirtschaftswunder – Ein Gentleman macht Schmuck für Seinesgleichen (1946 – 1964)

Anfang 1946 lief bei Victor Mayer die Produktion wieder langsam an. Der Firmengründer starb in Frieden. Oscar Mayer und Edmund Mohr führten das Unternehmen in die Wirtschaftswunderjahre.

In den kommenden Jahrzehnten prägte Edmund Mohr mit seiner außergewöhnlichen Erscheinung den Charakter der Firma. Er war ein Gentleman, wie es nur wenige in Pforzheim gab. Mit Stil, Haltung und einem bewundernswerten Talent für Luxus, an dem er seine Kunden teilhaben ließ. Unter seiner Führung wurde Victor Mayer neben seiner Bedeutung als Hersteller von hochwertigem Damenschmuck zu einer führenden Marke für feine Herrenartikel.

Der weltgewandte Unternehmer machte Schmuck und Accessoirs für Seinesgleichen, feinste Arbeiten aus Gold, Silber, Ebenholz, Schildpatt und Email, und intensivierte die weltweiten Kundenkontakte, die sein Schwiegervater seinerzeit geknüpft hatte, durch hervorragenden Kundenservice.

Auch im Privatleben setzte die zweite Generation die von Firmengründer Victor Mayer geprägte Tradition fort: Alle zehn Kinder der beiden Unternehmer Oscar Mayer und Edmund Mohr wurden exquisit ausgebildet. 


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Rückkehr zum Schmuck und Rennaissance der Handwerkskunst (1965 – 1990)

Hubert Mayer und Dr. Herbert Mohr traten in den Sechziger Jahren die Nachfolge ihrer Väter an. Wieder herrschte ein neuer Zeitgeist, die Welt wurde immer schneller – und globaler. Und wie ihrem Großvater, Firmengründer Victor Mayer, gelang es Herbert Mohr und Hubert Mayer, die Zeiten des Wandels kreativ für neue künstlerische Ideen zu nutzen. Schließlich konnten sie zugleich schon in der dritten Generation auf solidem Wissen und Kunstfertigkeit bauen.

So taten die beiden das einzig Richtige: Sie setzten wieder ganz auf Schmuck und eigenständiges Design, bewahrten die hervorragende traditionelle Handwerkskunst am Standort Deutschland, entwickelten sie dort weiter, wo maschinelle Unterstützung nicht das Können des Menschen ersetzte, sondern es erweiterte – und globalisierten nicht die Produktion sondern ihre Kundschaft. Sie gewannen immer mehr neue Kunden in Europa, Nordamerika, Südostasien und sogar in der Karibik.

Nach 1990 kam auch der ehemalige Ostblock hinzu. Dies war insbesondere einer Design-Entscheidung zu danken, die Dr. Herbert Mohr lange vor der Wende, ursprünglich aus Liebhaberei, und nicht mit Blick auf möglichen Gewinn, gefällt hatte. Schon als Student hatte er in Vorlesungen zur Kunstgeschichte seine Begeisterung für das Kunsthandwerk am Zarenhof entdeckt – und die Parallelen zu den großen Arbeiten seines Großvaters vor dem Ersten Weltkrieg erkannt. Leuchtend farbiges Email, feinste Guillochierung, kunstvolle Handarbeit, wertvollste Edelsteine – aus allen diesen Komponenten entwickelte Herbert Mohr Anfang der 1980er Jahre die Kollektion „Esprit de Fabergé“, die den Namen Victor Mayer eineinhalb Jahrzehnte später erneut auf der ganzen Welt berühmt machen sollte. Zum Hundertjährigen Firmenjubiläum wurde Victor Mayer schließlich offiziell zum neuen Werkmeister von Fabergé berufen. Fast 70 Jahre lang hatte der Markenname, den die Nachfahren des Juweliers des Zaren nach dessen Sturz an einen amerikanischen Konzern verkauft hatte, in einem Dornröschenschlaf geruht. Zeitgleich mit dem Wegfall der Mauern nach Osten wurde sie wiederbelebt, nicht zuletzt durch die gestalterische Kompetenz und die Qualitätsarbeit der Manufaktur Victor Mayer, die wie kaum eine andere auf der Welt die traditionelle Handwerkskunst des Emaillierens und Guillochierens bewahrt hat und bis heute beherrscht.

 


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Schmuck und Kunst sind zeitlos – heute und in Zukunft (1990 – 2090)

Nach dem viel zu frühen Tod von Hubert Mayer ging die Firma in den alleinigen Besitz der Familie Mohr über. Herbert Mohr-Mayer führte mit der von ihm forcierten Renaissance der Handwerkskunst das Unternehmen zu großen internationalen Erfolgen. Mit großer Energie entwickelte er – mittlerweile schon über 60 Jahre alt - nicht nur neue Kreationen sondern prägte vor allem mit internationalen Großveranstaltungen und Vorträgen das Image des Hauses. Dabei gelang es ihm immer wieder Handwerkskunst und die schönen Künste zusammenzubringen.. Ab 1999 überließ er seinem Sohn Marcus zunächst zentrale Aufgaben bei der Weiterentwicklung der Marke bevor er sich dann 2003 aus der Geschäftsleitung zurückzog. Dem Unternehmen verbunden hat Herber Mohr-Mayer mehrere Bücher verfasst, darunter auch zwei über die Geschichte des Hauses VICTOR MAYER.

Das Handwerk, die Kunstfertigkeit und das Gespür für den Zeitgeist hat auch Urenkel Dr. Marcus Oliver Mohr geerbt, der das Unternehmen derzeit in der vierten Generation führt. Auch er hat eine umfangreiche Ausbildung genossen und zusätzlich zu seinem unternehmerischen Handwerkszeug auch Philosophie studiert, was seinem Blick auf die Bedeutung von Schmuck eine eigene Note gibt.

Marcus Mohr ist auch verantwortlich für die kreative Leitung bei Victor Mayer und setzt nach wie vor am Standort Deutschland auf intelligentes und zeitloses Design im eigenen VICTOR MAYER-Stil, auf hervorragend ausgebildete Handwerker und auf die persönliche Verbindung zu seinen Kunden in aller Welt. 


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